Wodurch entsteht eine Überlastung von pflegenden Angehörigen?

Pflegende Angehörige, welche einen an Demenz erkrankten Angehörigen pflegen, sind mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert. In mehreren Beiträgen wurde von mir darüber bereits geschrieben.

hohe Wellen – pixabay.com/de

Diese Veränderungen betreffen nicht alleine den Demenzkranken, sondern auch das gesamte Leben der Familie, im Besonderen des pflegenden Angehörigen. Niemand kann wissen wie lange die Zeit der Betreuung bzw. Pflege in Anspruch nehmen wird, schon gar nicht, wie lange die Pflege oder Betreuung andauern wird.
Pflegende Angehörige bekommen kaum Anerkennung für das, was sie tun. Durch die Intensität der Betreuung und Pflege bleibt für die Angehörigen kaum, wenn überhaupt, noch Zeit für eigene Bedürfnisse. Ebenfalls die Möglichkeit Kontakte zu pflegen und/oder aufrecht zu erhalten

schränken sich stark ein. Eine weitere Belastung kann die gestörte Nachtruhe durch die Desorientierung und nächtliche Aktivität des Demenzkranken sein.

Zu den täglichen Unterstützungen, welche notwendig geworden sind, kommen noch Erledigungen hinzu, welche vor der Erkrankung vom an Demenz Ernrankten übernommen worden sind wie z.B. Gartenarbeiten, Reparaturen oft von den Männer gemacht,  die Übernahme der Hausarbeiten meist von den Frauen …… Entscheidungen können nicht mehr mit dem Partner/ der Partnerin besprochen werden, ……

müde, verzweifelt – pixabay.com/de

Jemand, der keine Zeit zur Erholung zur Verfügung hat, kommt an seine Grenzen der Belastbarkeit und er fühlt sich zunehmend überfordert. Zeichen einer Überforderung können sein, dass Angehörige ungeduldig werden und mit zunehmender Aggression reagieren, den zu pflegenden zu Pflegehandlungen zwingen oder abwerten. Auch kann es dazu führen, dass Menschen mit Demenz ein erhöhtes Bedürfnis zum Weggehen haben, jedoch nicht mehr nach Hause finden. Wenn diese aus diesem Grund in der Wohnung oder im Haus eingesperrt werden, kann von Handlungen gesprochen werden, die als Gewalt bezeichnet werden können. Sehr wohl ist mir bewußt, dass die Angehörigen meist aus Sorge, oft auch aus überhöhter Sorge aufgrund vorhandener Hilflosigkeit, in solchen Situation so handeln .

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gewalt folgendermaßen:
Gewalt an alten Menschen ist eine einzelne oder wiederholte Handlung, oder das Fehlen einer angemessenen Handlung, die im Rahmen einer Beziehung geschieht, in der Vertrauen erwartet wird und die einer älteren Person Schaden oder Leid zufügt. (WHO 2002; Übersetzt von ThomVerzweiflungas Frühwald)

Ebenfalls wurde im österreichischen Demenzbericht über das Auftreten von Gewalt durch Überforderung berichtet und die damit auftretende Gewalt beschrieben.

Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden unterstützende Handlungsmöglichkeiten und Hilfsangebote abgeleitet.

 

Quellen und Literaturverzeichnis:

Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und des Sozialministerium:  Österreichischer Demenzbericht 2014

Redaktionsteamder Gesundheit Österreich GmbH: Sabine Höfler, Theresa Bengough, Petra Winkler, Robert Griebler und zahlreiche Autoren für Beiträge

Engel S. (2006) Alzheimer und Demenz – Unterstützung für Angehörige. Stuttgart: TRIAS

Weitere Veröffentlichungen