Verständigung wird immer schwieriger

Abgrund zum Meer
Nähe zum Abgrund

Zwischen Angehörigem und an Demenz Erkranktem verändert sich das Zusammenlaben sehr.

 

Prof. Dr. Sabine Engel ist für ihre wissenschaftliche Arbeit dieser Frage nachgegangen.

 

Aussagen aus Interviewstudien mit Angehörigen:

„Das  ist für mich so eine Gradwanderung. Ich weiß nie, ob er nicht will, oder nicht kann.“

„ Das ist so eine Sache: Sie ist ein erwachsener Mensch, und man weiß, dass sie noch immer alles konnte. Man verstehet  einfach nicht, warum das jetzt alles nicht mehr geht!“

„Vor einem Jahr begann sie uns plötzlich zu beschuldigen, wir hätten ihr etwas weggenommen, und dass die Sachen nicht mehr da sind. Es entstand eine so gereiztes Klima, das sich ein drei Viertel Jahr hielt. Wir hatten lange Zeit Konflikte. Das war, als sie so aggressiv war, weil sie ihre Sachen nicht gefunden hat, und meine Tochter beschuldigte, sie gestohlen zu haben.“

In der ersten Teilstudie dieses Forschungsprojektes wurde festgestellt, dass es zwischen Demenzkranken und den sie betreuenden und versorgenden Angehörigen aufgrund der demenzbedingten Veränderungen, zu Kommunikationsstörungen kommt. Diese gestörte Kommunikation stellt eine Ursache für eine erlebte Belastung von Angehörigen dar.

Die Ursachen werden wie folgt beschrieben:

 Erstens: Dem Angehörigen gelingt es im Umgang mit dem Demenzkranken nicht mehr, die für eine gelingende Kommunikation notwendige Übernahme der Perspektive des anderen und die damit verbundene Identifikation.

Zweitens: Es kommt zu eine starken Verunsicherung des Angehörigen hinsichtlich seiner eigenen kommunikativen Rollenidentität.

Drittens: Dem Angehörigen fehlt es an Wissen um den „richtigen“ kommunikativen Umgang mit dem kranken Kommunikationspartner.

Durch diese empirische Forschung wurde es möglich, die belastungs-verursachenden Kommunikationsstörungen zu analysieren und detailliert zu beschreiben.

 

Quellen und Literaturverzeichnis:

“Belastungserleben bei Angehörigen Demenzkranker aufgrund von Kommunikationsstörungen” von Prof. Dr. Sabine Engel(2007)