Bekommt mein(e) Angehörige(r) überhaupt noch etwas mit?

Teich mit Seerosen
Foto: Theresia Schachinger

Eine häufig  gestellte Frage von pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz

Ergebnisse neuerer Forschungen zum „Selbsterleben des Kranken“ haben ergeben, dass die Betroffenen in frühen Phasen der Erkrankung häufig Veränderungen an sich wahrnehmen. Sie entwickeln Ängste hinsichtlich ihrer Zukunft. Auch Menschen mit fortgeschrittener Demenzerkrankung haben Ängste, wie es in Zukunft mit ihnen wohl weitergehen wird.

Die Krankheitseinsicht der Betroffenen ist wechselhaft – einmal stärker, einmal schwächer. Jedoch benötigen sie Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Erkrankung. Eine Unterstützung Demenzkranker zur Bewältigung ihrer Erkrankung ist nicht einfach.

Neuere Forschungen, die von einem differenzierten Verständnis von „Krankheitseinsicht bei Demenz“ ausgehen, kommen zu der Erkenntnis, dass die meisten Menschen mit Demenz eine gewisse Krankheitseinsicht haben. Diese merken, dass bestimmte geistige Fähigkeiten abgenommen haben.

Als Außenstehende(r) können wir niemals mit Gewissheit sagen, ob die Betroffenen ihre Einbußen tatsächlich nicht mit dem Maße wahrnehmen, wie ihre Angehörigen oder ob sie ihre Krankheit wahrnehmen, jedoch nicht eingestehen.

Erfahrung aus der Praxis mit wertschätzender Kommunikation mit Menschen mit Demenz, haben mich oft staunen lassen, wenn diese mir in einem Gespräch gesagt haben:

* Die da (gemeint waren Pflegende) meinen, ich weiß nicht, dass sie sich über mich lustig machen. Das ärgert mich.

* Als Rückmeldung von Pflegenden wurde mir gesagt, dass sie die oder den schon lange nicht mehr so viel reden gehört haben. (Das Gesagte war nicht vollständig zu verstehen, da bereits ein starker Sprachzerfall vorhanden war).

Krankheitseinsichten sind unterschiedlich und schwankend – heute wenig, morgen viel.

Eine akzeptierende soziale Umwelt in der die demenzbedingten Beeinträchtigungen zwar bekannt sind, jedoch nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, sondern noch vorhandenen Fähigkeiten hervorgehoben werden, fördert eine realistischere Eigenwahrnehmung des Menschen mit Demenz.

 

Quellen und Literatur:

Auszüge aus “Alzheimer und Demenz” Prof.Dr.Sabine Engel(2006)TRIAS

Prof.Dr.Sabine Engel(2006) “Alzheimer und Demenz” TRIAS